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29. Oktober 2025 3 min gelesen

Wie lang ist ein Stück Schnur? Rückblick auf 30 Jahre ganzheitliche Mission

Die Frage kam bei einem Kaffee mit einem unserer langjährigen Partner auf. „Wie lang ist ein Stück Schnur?“, fragte er – nicht um uns zu verwirren, sondern um uns daran zu erinnern, dass sich manche Wege nicht messen lassen. Sie werden durch Zeit, Menschen und Ziele gedehnt, geformt und gestärkt. 

Während wir 30 Jahre „Leben in Fülle“ feiern, beschäftigt uns diese Frage weiterhin. Wie misst man drei Jahrzehnte voller wiederhergestellter Leben, mobilisierter Gemeinden und transformierter Gemeinschaften? Wie zählt man all die Fäden, die Tränen, das Lachen, die Gebete und die Partnerschaften, die diese Geschichte geprägt haben? Unser „Faden“ war nie geradlinig. Er führte durch Länder, überquerte Kulturen, überstand Zeiten der Unsicherheit und wurde von Gottes treuer Hand zusammengehalten. 

Von Anfang an verfolgte LIA das Ziel, eine ganzheitliche Mission zu verfolgen und die physische und spirituelle Genesung der Armen und Schutzbedürftigen zu fördern. Doch wir erkannten schnell, dass diese Art von Wandel nicht isoliert gelingen kann. Es braucht die Kirche. Es braucht Gemeinschaften. Es braucht Partner, die unsere Überzeugung teilen, dass wahrer Wandel nicht von selbst entsteht, sondern wächst, wenn Menschen befähigt werden, in ihrem eigenen Umfeld zu gedeihen. 

In den vergangenen 30 Jahren durften wir das Wunder der Partnerschaft miterleben. Gemeinsam haben wir 3,075 Gemeinden mit Visionen ausgestattet und befähigt, ihren Gemeinden zu dienen. Durch ihre Arbeit wurden mehr als 2.4 Millionen Menschen ganzheitlich erreicht und ihre Geschichten in das große Netz der Hoffnung eingewoben. 75,074 von ihnen haben zum christlichen Glauben gefunden, und 487,204 wurden zu Gemeindeleitern und -ausbildern ausgebildet. 332,117 Waisen und schutzbedürftige Kinder haben Hoffnung und nachhaltige Lösungen für ihre Zukunft erhalten. Mehr als eine Million Menschen haben medizinische Grundversorgung erhalten, 156,534 Kinder wurden in ihrer frühkindlichen und schulischen Entwicklung unterstützt, und 123,184 Menschen wurden wirtschaftlich gestärkt, um für ihre Familien zu sorgen und ihre Gemeinden aufzubauen. 

Diese Zahlen sind nicht bloß Statistiken; sie stehen für Leben, Familien und Gemeinschaften, die durch die gemeinsame Arbeit von Kirchen, Spendern und Partnern weltweit verändert wurden. Jeder Fortschritt wurde gemeinsam erzielt. Allein hätten wir das nicht geschafft, und wir weigern uns, diesen Weg allein zu gehen. Dies war schon immer eine Geschichte von us. 

Und doch, wenn wir zurückblicken, schauen wir auch nach vorn. Unser Wirkungskreis wird immer länger. Es gibt noch so viele Gemeinschaften, die erreicht werden wollen, so viele Kirchen, die ausgerüstet werden müssen, so viele Führungskräfte, die herangebildet werden müssen, und so viele hoffnungsvolle Geschichten, die sich entfalten wollen. Der Auftrag einer ganzheitlichen Mission ist noch lange nicht erfüllt. 

Dreißig Jahre mögen einen Meilenstein darstellen, aber sie bedeuten nicht das Ende des Weges. Sie erinnern uns daran, dass aus einem kleinen Glaubensfaden ein großes Gewebe geworden ist, zusammengehalten von Liebe, Vertrauen und dem unerschütterlichen Glauben, dass Gott auch heute noch in und durch sein Volk wirkt. 

Wie lang ist ein Stück Schnur? Vielleicht so lange, wie wir gemeinsam weitergehen.